Feuerwache im "Kamp"

1935 gibt der Landesfeuerwehrverband einen Bauplanungsentwurf „Neue Spritzenhäusern“ heraus. Zu diesem Zeitpunkt besteht aber im Ort keine Grund an dem Spritzenhaus etwas zu ändern. Mit der Beschaffung der ersten Motorspritze werden erstmals im Winter Frostprobleme festgestellt. Das 
bisschen Wasser, was in der Tragkraftspritze vorhanden ist friert ein und setzt die Pumpe außer Funktion. Ein Heizungseinbau könnte das Problem nicht lösen, da die Wärme wegen der schlechten Isolierung sehr schnell entweichen kann. Mitte des Zweiten Weltkrieges wird es mit der Beschaffung von drei Löschfahrzeugen im Spritzenhaus immer enger. Die Fahrzeuge sind während des Krieges noch als Vorsichtsmaßnahme vor einem Bombenvolltreffer im Ort verteilt untergebracht, aber nach dem Krieg würde die Stellfläche für drei Fahrzeug nicht mehr ausreichen. 
 
In den 50er Jahren ist das vorhandene Spritzenhaus den Anforderungen endgültig nicht mehr gewachsen. Es ist keine Heizung vorhanden, dadurch drohen bei starken Frost die Pumpen der Löschfahrzeuge einzufrieren und sind dann  im Bedarfsfall nicht einsatzbereit. Außerdem sind die Räume nicht mehr groß genug. Die Löschfahrzeuge verfügen über einen Tragkraftspritzenanhänger, der aber in einem Nebenraum steht und im Einsatzfall erst separat heraus geschoben werden muss, um in an das Löschfahrzeug anzukuppeln. Das kostet viel wertvolle Zeit bis das Fahrzeug zum Einsatz abrücken kann.
Auch der bauliche Zustand ist inzwischen bedenklich geworden. Somit soll ein neuer Standort für die Feuerwehr gefunden werden. Darin sind sich alle Verantwortlichen einig. Doch die Neubeschaffung ist schwierig. Es fehlt an Geld und einem geeigneten Grundstück. Auch an eine Anmietung eines Gebäudes wird gedacht. In der Zeitung erscheint ein Artikel über die schwierige Suche, um eventuelle Vermieter zu finden. 
 
Von einem Makler wird auf Grund des Zeitungsartikels das Gebäude einer ehemaligen Spedition in der Kruthorst angeboten. Doch das Gebäude liegt am damaligen Dorfrand und scheint daher ungeeignet. 
 
Es wird auch nach einem Zuschuss vom Land für einen Neubau gefragt. Des Weiteren wird in der zweiten Bahnhofstraße - die  heutige Theodor-Storm-Straße - ein anderes Speditionsgebäude zur Miete angeboten. Doch hier sind die Mietkosten zu hoch.
 
Auf dem Jahn-Sportplatz gegenüber des aktuellen Spritzenhauses soll dann schließlich ein Neubau entstehen. Das Grundstück müsste nicht von der Gemeinde gekauft werden. Da es sich aber direkt neben einem Löschteich befindet, befürchtet man, dass Wasser in das Fundament des Gebäudes ziehen könnte. Somit schied auch dieser Standort aus.
 
In der Lohe und am Schweinemarkt werden weitere Grundstücke zum Erwerb in Augenschein genommen. Doch kommt es zu keiner Einigung über den Kaufpreis mit den Besitzern.
 
Mitte des Jahres 1953 wird das zuerst angebotene Gebäude in der Kruthorst 47 - dem heutigen Kamp – schließlich von der Gemeinde gekauft. Das Gebäude verfügt über drei Stellplätze und 

zwei Einliegerwohnungen mit je zwei Zimmern. Diese sollen von dem Gerätewart und einem Kraftfahrer bezogen werden. Doch anfänglich sind die beiden Wohnungen noch anderweitig vermietet. Während ein Mieter zügig auszieht, bleibt der andere Mieter weiterhin dort wohnen. Da mit dem Einzug des Gerätewarts das Gebäude nun ständig besetzt ist, muss es alsFeuerwache bezeichnet werden. Unbewohnte Gebäude wurden hingegen als Gerätehäuser bezeichnet. Ein passendes Blechschild wird auch schnell beschafft und am Gebäude angebracht. Nach kurzer Zeit erhält die Feuerwache auch einen Telefonanschluß mit der Rufnummer 101. Nach vielen Jahren und viel hin und her zieht der letzte Mieter aus und ein weiterer Feuerwehrmann kann in die Wache einziehen. 
 
Um den Standortnachteil auszugleichen, soll bei einem Alarm nur ein bestimmter Teil der Feuerwehrleute in den Kamp kommen, das erste benötigte Einsatzfahrzeug besetzen und von dort direkt die Einsatzstelle anfahren. Der Rest der Einsatzkräfte soll zu einer  Sammelstelle am Marktplatz neben dem Utspann kommen. Von der Feuerwache aus soll das zweite Löschfahrzeug nur mit einem Fahrer besetzt zum Marktplatz gefahren werden, die dort wartenden Feuerwehrleute aufnehmen und dann von dort zum Einsatzort eilen.
 
Auch viele Kinder erscheinen tagsüber an der Sammelstelle und folgen der Feuerwehr zum Ort des Geschehens. 
 
Mit der Beschaffung neuerer und größerer Einsatzfahrzeuge entsteht auch in dieser Feuerwache irgendwann Platznot. Außerdem sind keine Räume für Ausbildungsmöglichkeiten vorhanden. Es muss auf externe Räume zurückgegriffen werden. Die Einsatzkleidung hat zu diesem Zeitpunkt noch jeder Feuerwehrmann bei sich Zuhause oder im Privatwagen gelagert.
 
Ende der sechziger Jahre sollte ein geeignetes Gebäude in der Rathausstraße gemietet werden. Auch der Polizeiposten sollte dort untergebracht werden. Doch auch hier kommt es zu keiner Einigung über den Mietbetrag. Daraufhin wird 1969 wieder ein Antrag auf einen Neubau für die Feuerwehr gestellt. Doch es wird noch einige Jahre dauern bis es zu diesem Neubau des Hilfszentrums am Alten Sportplatz kommt. 
 
Heute wird das Gebäude im Kamp  nach dem Rückbau der Wohnungen und der Umgestaltung der Fahrzeugstellflächen als Kirche genutzt.
 
 
 
 
 
 
 

 

Die beiden Bilder oben: Auszug aus der Wache "Kamp" in das Hilfszentrum "Alter Sportplatz" 1978.
Eine Pritschenladung des Bauhoffahrzeuges fasste das ganze Hab und Gut der Feuerwehr damals. Links übergibt der stv. Wehrführer Uwe Görtz den Schlüssel der alten Wache an Wehrführer Spiering. 

Hier geht es dann weiter mit dem Hilfszentrum am alten Sportplatz...