Spritzenhaus "Am Markt"

Wie jede Feuerwehr so brauchten auch die Löschkräfte des Ortes Bargteheide Gerätschaften um Herr über das Feuer zu werden. Da die Beschaffungskosten für eben diese Gerätschaften schon damals recht hoch waren, sollte sie auch möglichst lange halten. So war nicht nur die Pflege der Geräte von großer Wichtigkeit sondern auch eine trockene Lagerung, damit die Geräte einsatzbereit blieben.
 
In dem kleinem Ort Bargteheide wurden die ersten Löschgeräte in einem Raum unterhalb des Kirchturms der evangelischen Kirche zu Bargteheide gelagert. Von hier aus wurde auch die Feuerglocke geschlagen, wenn es brannte. Es soll zwei verschiedene Läuttöne gegeben haben. Einen Ton für ein Schadensfeuer innerhalb des Ortes und ein anderen Ton, wenn es außerhalb des Ortes brannte.
 
Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr wurden weitere Löschgeräte beschafft und der Platz in dem Kirchturmraum reichte nicht mehr aus. Es musste eine andere Lagermöglichkeit gefunden werden, und so sollte ein Spritzenhaus errichtet werden. Leider standen keine finanziellen Mittel zur Verfügung, um dieses Vorhaben umzusetzen. Der damalige Wehrführer Ernst Wurth stellte auf seinem Firmengelände einen geeigneten Raum vorübergehend zur Verfügung. Unweit des alten Standortes der Kirche lag dieser provisorische Lagerraum zentral in der Dorfmitte in unmittelbarer Nähe des heutigen Utspann.
 
Nach einiger Zeit wurde dann doch ein Spritzenhaus gebaut. Am Ende des heutigen Mittelweges an der Ecke Am Markt und Lübecker Straße. In vielen Fällen wurden auch die Spritzenhäuser als vorübergehendes Gefängnis für Spitzbuben genutzt. Denn diese Gebäude waren die einzigen Gebäude, die nur von außen geöffnet werden konnten, eben wie die Zellen im Gefängnis. Doch das Bargteheider Spritzenhaus wurde nie zu diesem Zweck verwendet, weil es im Ort das Amtsgericht gab, welches über eigene Gefängniszellen verfügte.
 
Nach einigen Jahren wurden das Spritzenhaus um einen Steigerturm erweitert. Dort wurde das wichtigste Hab und Gut der Feuerwehr zum Trocknen aufgehängt: die Schläuche. Sie waren zu damaliger Zeit aus Leder und waren sehr schnell verrottet, wenn sie über längere Zeit feucht gelagert wurden.. Der Steigertrupp -heute sprechen wir vom Angriffstrupp- konnte ebenfalls den Turm nutzen um den Einsatz der Leitern zu üben.

Mit der Beschaffung weiterer Löschgeräte, einem Wasserwagen, einem Gerätewagen und eines 
einachsigen Schlauchanhängers musste die Grundfläche des Spritzenhauses verdoppelt werden. Der Anbau wurde in Richtung Lübecker Straße ausgeführt und bekam zwei doppelflügelige Tore. Das Gebäude verfügt über keinerlei Heizmöglichkeiten. Dies wurde mit der Einführung des ersten Löschfahrzeuges -einem leichten Löschgruppenfahrzeug- zu einem Problem in den Wintermonaten. Durch eine klirrenden Kälte des Winters, drohte der Motorblock des Einsatzfahrzeugs einzufrieren.

Während des zweiten Weltkrieges waren insgesamt drei Löschfahrzeuge im Ort vorhanden. Aber auch die alten Einsatzmittel wurden weiterhin instand gehalten um im Notfall zum Einsatz gebracht zu werden. Damit ein Bombenvolltreffer auf das Spritzenhaus nicht die gesamten Einsatzmittel auf einem Schlag vernichten konnte, wurden zwei Löschfahrzeuge außerhalb des Spritzenhauses auf zwei verschiedenen Bauernhöfen untergestellt.
 
Nach dem Krieg war das Spritzenhaus nun sehr baufällig. Der damals nachträglich angebaute Steigerturm musste wegen Einsturzgefahr abgebrochen werden. Ein erneuter sehr kalter Winter zeigte, dass die Unterbringung der Löschfahrzeuge in den ungeheizten Räumen als sehr bedenklich eingestuft werden musste.
 
Nachdem eine andere Unterbringung der Löschfahrzeuge gefunden wurde, ist das alte Spritzenhaus zum Abbruch an den Höchstbietenden versteigert worden. Wegen der damaligen Materialknappheit wurden die Dachpfannen und die Ziegelsteine für ein anderes Bauprojekt verwendet.
 
In Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein Bargteheide wurde an dem damaligen Standort des Spritzenhauses ein Erinnerungsschild aufgestellt, so wie es schon viele dieser Schilder im Ort gibt, die daran erinnern welche Gebäude früher mal an der jeweiligen Stelle gestanden haben.